NWZ Online 06.02.2018

Das sind Varels Menschen des Jahres

Traute Börjes-Meinardus

130 Gäste waren am Montagabend ins Vareler Waisenhaus gekommen. Alle Nominierten erhielten viel Lob für ihr uneigennütziges Engagement.

Varel Andrea Jan￟en und Manfred Koehler sind Varels „Menschen des Jahres 2017“. Beim Jahresempfang der Nordwest-Zeitung am Montagabend im Waisenhaus wurden sie in Anwesenheit von 130 Gästen geehrt. Die Jury, bestehend aus OLB-Direktorin Rebekka Burmester, Katharina Aey (Frau des Jahres 2012) und NWZ-Redaktionsleiter Olaf Ulbrich, hatte die beiden unter vielen Vorschlägen ausgewählt. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, denn das Engagement jedes einzelnen Kandidaten war herausragend“, sagte Olaf Ulbrich.
Manfred Koehler ist in vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv: Er wirbt für Bienen und die Imkerei, hat 440 Mal Blut gespendet, engagiert sich im
VTB und im Heimatverein. „Das Helfen steckt in mir drin“, sagt er. Sein ältestes Ehrenamt ist das Blutspenden. 1971 hat er angefangen und bis heute 440 Mal Blut oder Thrombozyten gespendet.
Manfred Koehler ist auch mit Leib und Seele Imker. Er betreibt nicht nur seine eigenen Bienenstöcke, sondern gibt sein Wissen weiter und wirbt für Bienen und die Imkerei: Seit 2006 steht er von Mai bis September jeden Sonntag auf dem Bienenlehr- und Schaustand in den Schlosswiesen in Neuenburg. Außerdem leitet er die Imker-AG der
Pestalozzischule. Groß ist auch sein Engagement am Runden Tisch der Naturschutzverbände im Landkreis Friesland.
NWZ-Chefredakteur Lars Reckermann hob das ehrenamtliche Engagement der Bürger besonders hervor. „Diese Stadt würde ohne sie nicht funktionieren“, betonte er. Bei der Redaktion des „Gemeinnützigen“ waren 25 Vorschläge für 18 Vareler eingegangen. Vorgestellt wurden letztendlich sechs – zwei Frauen und vier Männer.
Für uns wird es immer schwerer, die Menschen des Jahres zu küren“, sagte Lars Reckermann über die Bescheidenheit vieler der von den
NWZ-Lesern vorgeschlagenen Kandidaten. Sie wollen für ihr ehrenamtliches Engagement nicht alleine im Rampenlicht stehen und lehnen es ab, stellvertretend vorgestellt zu werden. „Wir bekommen oft die Antwort: ,Das bin ich nicht alleine, das schaffen wir im Team‘“, so Reckermann. „Bescheidenheit ist eine Tugend, die vermutlich schwer zu programmieren ist“, bedauerte er: „Vielleicht sollten wir für das nächste Jahr mal über das Team des Jahres nachdenken.“
Alle vorgestellten Kandidaten waren am Montagabend ins Waisenhaus gekommen: Schausteller Horst Düsberg ist bekannt für seine Hilfsbereitschaft und sein ehrenamtliches Engagement; Hildegard Korell hat neben dem sozialen Kaufhaus an der Langen Straße das Reparaturcafé mitgegründet; Siegfried Peters-Taschenberger hilft Menschen bei Anträgen und Behördengängen; Hanns Weweler arbeitet unentgeltlich im sozialen Kaufhaus, bei der Tafel, im Integrationscafé und ist unterwegs, um Flüchtlingen zu helfen.Die Aktion „Mensch des Jahres“ wird von der Oldenburgischen Landesbank (OLB) und der Nordwest-Zeitung veranstaltet. Andreas Titze, Leiter Firmenkunden bei der OLB, hob in seiner Ansprache die oft unbeachtete Arbeit der Ehrenamtlichen hervor. „Vielen Dank für die vielen Stunden, die Sie für andere da sind“, sagte er in Vertretung der erkrankten Rebekka Burmester. Damit schloss er auch alle anderen Kandidaten mit ein: „Verdient hätten diese Ehrung sicherlich alle. Alle engagieren sich ehrenamtlich, in ihrer Freizeit und ohne jede Gegenleistung.“

Das Interview bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=E8n-FuJG_W8

Mensch es Jahres 2017

Beste Stimmung bei der Preisverleihung (von links): Andreas Titze (Leiter Firmenkunden bei der OLB), Landrat Sven Ambrosy, Frau des Jahres Andrea Janßen, Chefredakteur Lars Reckermann, Redaktionsleiter Olaf Ulbrich, Mann des Jahres Manfred Koehler, Jury-Mitglied Katharina Aey und Varels stellvertretender Bürgermeister Karl Nieraad

Bild: Torsten von Reeken

 

Bienen beim Summen zuhören

Gösta Berwing 09.07.2018

„Hier sieht man, wie mit flotten Bienen umgegangen wird“, freute sich Stefan Töben aus Zetel. Er war am Samstag unter den vielen Besuchern beim Tag der offenen Tür des Imkervereins Friesische Wehde. Die Imker hatten anlässlich des bundesweiten Tages der Imkerei auf das Vereinsgelände mit Bienenlehrpfad an den Schlosswiesen eingeladen.
Sie zeigten mehrere Bienenvölker, deren Nahrungspflanzen und eine Ausstellung mit über 300 Jahre altem Handwerkszeug. Es gab es Kuchen mit selbst geerntetem Honig, Kräutertee mit Honig und natürlich Bienenstich.
Auch Informationen gab es reichlich vom Vorsitzenden des Imkervereins Manfred K￶hler. Auf dem weitläufigen Gelände führte er die Besucher in kleinen Gruppen durch die mit vielen Info-Tafeln gestaltete Lehrschau.
Er betonte, dass Bienen nicht nur für wertvollen Honig sorgen, sondern vor allem als emsige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen eine bedeutende Rolle einnehmen. Reiche Ernten, üppiges Wachstum und natürliche Artenvielfalt hängen stark von Bienen ab. Rund 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Damit nimmt die Honigbiene den dritten Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein.
Der Verein hat über 100 Mitglieder. „Die Imkerei ist ein beliebtes Hobby, in den vergangenen drei Jahren hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt“, berichtete Kassenwart Alfred Ehben. „Als ich vor
33 Jahren anfing, waren wir ein Altherrenverein“, sagte er. Heute sind 30 Imkerinnen im Verein und der Altersdurchschnitt hat sich wesentlich verjüngt. In die Imkerei kann man recht kostengünstig einsteigen. „Das ist ein Hobby, was sich trägt“, meinte Manfred Köhler. Rund 180 Euro sind für Bienenkorb und Vereinsbeitrag fällig, das erste Bienenvolk bekommen Neueinsteiger vom Verein geschenkt. In guten Jahren kann man von einem Volk gut 25 Kilogramm Honig ernten. Auch Stefan Töben liebäugelt schon lange mit der Bienenzucht und hat seinen Garten in den letzten Jahren bienenfreundlich umgestaltet. Nun ist er beruflich kürzer getreten, hat Zeit für die Bienen und trat am Samstag dem Verein bei.’
Ein weiteres Neumitglied wurde Julian Jacksch. Er wohnt an der Hasenweide direkt am Wald und freut sich schon auf leckeren Waldhonig.’Mit seinen Enkelkindern, den dreieinhalbjährigen Zwillingen Lena und Lukas, beobachtete Opa Herbert das spannende Geschehen vor dem Bienenkorb. Nur ein Meter trennte sie von den umherfliegenden Insekten.
„Keine Biene wird stechen, denn dann verliert sie ihr Leben, deshalb überlegen die sich das“, erläuterte Manfred Köhler. Nur bei hektischem Herumschlagen fühlen sich Bienen angegriffen und wehren sich mit ihrem Stachel.
Erstmals wurde ein begehbarer Bienenstock gezeigt, der allerdings noch eingerichtet wird, um dann die Lebensstadien der Bienen von der Puppe bis zum Honig darzustellen. Neu war auch die Bienengasse, in der hörverstärkt die Geräusche in einem Bienenstock zu hören waren. Die Imker freuen sich, dass die Landwirtschaftskammer Samenmischungen für heimische Gärten und Blühstreifen entwickelt hat. „Die haben Mischungen ausgetüftelt, die das ganze Jahr über als Nahrungsquelle für Bienen dienen“, sagte Manfred Köhler. Für normale Böden gibt es die Ammerländer Blühmischung und für sandige Böden die Verdener Blühmischung. Beide sind in Genossenschaften erhältlich.
Wer den Tag der offenen Tür versäumt hat, kann bis Ende September jeden Sonntag von 10.30 bis 12.30 Uhr einen Imker bei den Schlosswiesen antreffen.

Bienengasse

Lena und Lukas lauschen mit ihrer Großmutter den Bienengeräuschen.

Bild: Gösta Berwing

Der neue begehbare Bienenstock war die Attraktion des Tages der Imkerei. Einiges zu hören gab es in der Bienengasse.

 

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Kann die EU die Biene schützen?

Von Gösta Berwing

NWZ 15.08.2018

Weil der Politiker im Ausschuss für Umweltfragen aktiv ist, stand das Thema Bienen auf der Tagesordnung. Manfred Koehler war auch dabei uns stellte den Imker-Verein Friesische Wehde vor.

Auf seiner Sommertour hat der aus Osnabrück stammende Europaabgeordnete Tiemo Wölken am Montag den SPD-Ortsverein Zetel besucht. Als Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Union freute er sich besonders, dass die Genossen den Vorsitzenden des Imkervereins der Friesische Wehde, Manfred Koehler, eingeladen hatten.

Gespannt lauschten er und die Gäste Koehlers Ausführungen. Koehler berichtete von der erfolgreichen Geschichte des 1949 gegründeten Vereins, dem heute 108 Imker mit 629 Bienenvölkern angehören. Auf Lichtbildern stellte er die großzügig gestaltete Vereinsfläche bei den Schlosswiesen in Neuenburg, mit Bienenlehrpfad, einigen Bienenvölkern, bunten Musterblühstreifen und den deutschlandweit einmaligen begehbaren Bienenkorb vor. Er betonte, dass Bienen nicht nur für wertvollen Honig sorgen, sondern vor allem als emsige Bestäuber von Nutz- und Wildpflanzen eine bedeutende Rolle einnehmen. Reiche Ernten, üppiges Wachstum und natürliche Artenvielfalt hängen stark von Bienen ab. Rund 80 Prozent der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Honigbienen als Bestäuber angewiesen. Damit nimmt die Honigbiene den dritten Platz der wichtigsten Nutztiere hinter Rind und Schwein ein.

Manfred Koehler bat den Gast aus dem Europaparlament, sich in seinem Ausschuss verschiedener Probleme für die Biene, etwa „Monokulturen, Spritzmittel und Gentechnik“, anzunehmen und betonte: „Man darf unsere wichtigen Mitbewohner nicht vergessen.“

„Wir wissen um die Wichtigkeit der Bienen“, antwortete der SPD-Politiker Tiemo Wölken, es sei bekannt, dass die Biomasse an Insekten um 76 Prozent zurückgegangen ist und viele Arten vom Aussterben bedroht sind. „Wir machen uns zu wenig Gedanken, was das bedeutet“, bedauerte Wölken und sagte: „Die Ziele für den Erhalt der biologischen Vielfalt werden wir verfehlen.“ Die EU hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, Ökosysteme wiederherzustellen, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft sowie nachhaltige Fischerei zu fördern und einen Beitrag zur Abwendung des globalen Biodiversitätsverlustes zu leisten. Alles, was dazu bisher passiert ist, reiche nicht aus.

Tiemo Wölken ging auch auf die damit zusammenhängende Lichtverschmutzung ein und sagte außerdem: „Wir im Parlament wollen Glyphosat innerhalb von fünf Jahren verbieten.“ Er ist sicher: „Es müssen Flächen geschaffen werden, wo sich Bestäuber wohlfühlen“, bekannte der EU-Parlamentarier und dafür sollten auch EU-Gelder eingesetzt werden. „Schließlich stecken wir die Hälfte des Europäischen Haushalts in die Landwirtschaft“, so Wölken.
Bei der anschließenden Diskussion wurde nicht nur über Bienen, sondern auch über die Bemühungen um den Datenschutz, über die Vermeidung von Plastik, die Zukunft der Europäischen Union, eine mögliche Finanztransaktionssteuer und auch über die Datenschutzgrundverordnung gesprochen. Es ging um die Tätigkeit als Abgeordneter im Europäischen Parlament, die vielen Mythen, die sich rund um die EU ranken, die Solidarität in der Europäischen Union und vieles mehr. Tiemo Wölken sagte abschließend: „Einiges sollte in Europa anders laufen. Wir haben mittlerweile erkannt, dass es nicht für alles Regeln aus Brüssel geben muss.“

Ins Gespräch gekommen

Ins Gespräch gekommen (v. links): Manfred Koehler, Tiemo Wölken und Jens Kamps vom SPD-Ortsverein

Bild: Gösta Berwin

 

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